Philosophie

In unserem Kopf rattert ein ständiges „Ich Will,...Ich Will,...Ich Will,.. was mit Meinungen, die nach Bestätigung suchen, zusammen hängt (meinendes Selbst). Die klesas > Hindernisse auf dem Yogaweg, werden vor allem dann aktiviert, wenn der chitta > das meinende Selbst im Vordergrund des Erlebens steht.
Vor etwa 2000 Jahren hat Patanjali einen Ausweg aus dieser Kopflastigkeit beschrieben. Ein Weg vom Groben zum Feinen. Ein Prozess der inneren Ausrichtung und Konzentration als eine Rückkehr des meinenden Selbst (chitta) zu seinem Ursprung des sehenden Selbst (drasta), bei dem das innere Licht, was nichts von Außen braucht, ganz von alleine Aufleuchtet. Dharana, die innere Ausrichtung und Konzentration auf das Wesentliche wird als die Vorstufe zur Schau dessen, was wir in unserem Wesenskern sind, gesehen.
Der inneren Konzentrationsfähigkeit stehen laut Patanjali 5 Hindernisse im Weg:

1. Angst z.B. vor Kontrollverlust, sozialer Ausgrenzung, oder als ursprünglichste aller Ängste, zu Sterben.
2. Anhaftung – etwas oder jemand auf zu hübschen      
3. Abneigung – etwas oder jemand ab zu werten
4. Egoismus – ich lebe in einem Mikrokosmos, in dem alles um mich kreist!
5. Nichterkenntnis - nicht zu Wissen, wer ich eigentlich bin. Den Zensor in meinem Kopf (Verstand) der das Bewußtsein (innere Licht) lenken kann, indem er entscheidet was Wichtig ist und was Unwichtig ist und worauf ich Schaue und worauf ich nicht Schaue, mit dem Bewußtsein selbst zu verwechseln. So fließen dann individuelle Präferenzen (was man als Wichtig erachtet) in die Indentität, jedoch hat unsere wahre Natur keine individuellen Präferenzen!

Ich bin nicht das, worauf es leuchtet, ich bin das Licht selbst!

Sehe ich einen Elefanten, geschieht es schnell diesen Eindruck zu bewerten „Ich mag Elefanten“ ?, oder „Ich mag Elefanten nicht“?.
Wenn ich mir eine Begründung für mein Urteil geben möchte, erzähle ich mir eine Geschichte: „Ich mag Elefanten, die sind so stark, genau wie ich“ oder „Ich mag Elefanten nicht, weil die so dicke Beine haben, genau wie ich“. Meist unbemerkt, lege ich damit in meinem Kopf eine emotional geladene Schublade mit der Überschrift "Elefant" an, die ich mit meiner Identität verbinde.
Geschichten über Situationen, mit denen intensive Gefühle verbunden sind, können zu Hirngespinnsten werden, die nichts mehr mit der eigentlichen Situation zu tun haben. Die Geschichten die ich mir über mich erzähle, können meine Selbst- und Außenwahrnehmung sehr eng machen.
Schwierig wird es, wenn ich dazu noch die Überzeugung vertrete, mich mit Elefanten aus zu kennen.
Yoga ist auch, eine unverzerrte Sichtweise auf sich zu etablieren, die es nicht nötig hat, von Außen Bestätigungen für Geschichten zu bekommen.
Denn ich weiß, das ich kein Elefant bin.
Yoga heißt auch, die enorme Energie, die in destruktive Gedankenmuster fließt und die Ursache für chronische Stresszustände sein kann, in innere Stabilität zu transformieren.